Kirchen in Langenargen und Oberdorf

St. Martin, Langenargen

Ein Priester namens Hadupert ist für Langenargen schon 770 in der ältesten Urkunde bezeugt, die unseren Ort erwähnt.
Es handelt sich dabei um eine Schenkung zugunsten des Klosters St. Gallen. Obwohl von der Kirche dort nichts gesagt wird, darf es als sicher gelten, daß es eine solche gab.

Erstmals schriftlich genannt wird unsere Kirche in einem Steuerregister des Bistums Konstanz aus dem Jahre 1275. Ihr Standort war auf dem heutigen Friedhof.

Seit 1442 gibt es eine lückenlose Liste aller Langenargener Pfarrer.
Einer von ihnen, Jakob Geßler, gilt als Bauherr der spätgotischen Pfarrkirche auf dem Gottesacker, von der der Chor noch erhalten ist; sie trägt heute den Namen St.-Anna-Kapelle.

Von besonderem Wert sind die 15 Rosenkranzmedaillen, die später, beim Abriß des Hauptschiffes, in die jetzige Martinskirche verbracht wurden.
Diese wurde von dem kunstliebenden und baufreudigen Grafen Anton III. und seiner Gattin Maria Leopoldine geb. Gräfin von Thun in den Jahren 1718 bis 1721 gebaut; die Marienkapelle wurde 1728 angebaut.

Einer der beiden vorgesehenen Türme folgte 1734/35, auf den zweiten mußte verzichtet werden, weil das Geld ausging.

Die spätgotische Pfarrkirche auf dem Friedhof wurde - bis auf den Chor - abgerissen, die Steine wurden zum Bau der neuen Kirche verwendet.

Die Martinskirche, ein kunsthistorisches Kleinod an der Oberschwäbischen Barockstraße, erlebte im Laufe der Zeit zahlreiche Renovationen.

Von besonderem Wert sind auch die Orgel von Albiez und die Bronzeportale von Hilde Broer. 

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Rundgang durch die Kirche St. Martin

Rundumansicht des Innenraumes

Rosenkranzmedaillons

Kreuzwegandacht

Glockengeläut von St. Martin

St. Wendelin, Oberdorf

Obwohl schon im Jahre 769 urkundlich erwähnt, erhielt Oberdorf erst verhältnismäßig spät eine eigene Kirche. 1746 wurde erstmals eine kleine  Kapelle errichtet und zwar als Filialkirche von Langenargen.

Sie wurde dem heiligen Wendelin, dem Schutzpatron der Hirten, Bauern und des Viehs geweiht.

Der Kaplan von Langenargen hielt hier gelegentlich Gottesdienste.

1828 / 1829 wurde die Kapelle im Zusammenhang mit der Erhebung zur Pfarrei 1827 durch den Anbau eines einschiffigen Langhauses zur Kirche vergrößert, die bis zum Jahre 1952 existierte, zuletzt allerdings nur noch als Lagerraum genutzt wurde.

Die jetzige  Kirche stammt aus dem Jahre 1908.  Ihr wertvollstes Kunstwerk ist das an der Südwand zum Chor aufgehängte Wendelinsbild von Andreas Brugger.

Es zeigt den Schutzheiligen, wie er mit gefalteten Händen zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit emporblickt.

Die Kirche wurde mehrmals renoviert, zuletzt im Jahre 2006.

Chronik

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Rundgang durch die Kirche St. Wendelin

St. Anna-Kapelle, Langenargen

Bei der St.-Anna-Kapelle handelt es sich um den Chor der früheren, spätgotischen Pfarrkirche St. Martin, die etwa in der ersten Hälfte des 15. Jh. erbaut wurde. Die Pfarrkirche St. Martin war eine der Mutterkirchen im Argengau und ist erstmals 1267 bezeugt.

1718 wurde das Langhaus, dessen Westwandsockel noch teilweise zu erkennen ist, abgetragen. Das Material wurde zum Bau der neuen, im barocken Stil erbauten Kirche St. Martin verwendet. 1722 erfolgte die Weihe auf St. Anna.

Im letzten Drittel des 17. Jh. wurde der Chor barockisiert, der gotische Wandtabernakel von 1442 ist aber noch erhalten.

Das Deckengemälde, das die Aufnahme Mariens darstellt, und das Altarbild mit der hl. Sippe stammen vom Rottweiler Barockmaler Georg Glyckher 1699.

aus: Historischer Führer durch Langenargen

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Rundgang durch die Kapelle St. Anna

Kapellengeschichte