Kunst in Kressbronns Kirchen und Kapellen

– Eine Ausstellung mit Bildern des Künstlers Otte Mark

Foto: Gemeinde Kressbronn a. B.

Wer in Kressbronn in nächster Zeit eine Kirche oder Kapelle betritt, der wird unweigerlich auf etwas Neues stoßen. Es sind Bilder mit dem Umriss einer Glocke. Mit einer Höhe von bis zu 2 Metern sind die großformatigen Werke ähnlich eindrucksvoll, wie der Klang der Kirchglocken, die wir in unseren Kirchtürmen vorfinden.

Eine der ältesten Glocken in unserer Gemeinde im Turm von St. Gallus in Gattnau war es auch, die den Anstoß für die Idee zu dieser Ausstellung gab. Sie wurde im vergangenen Jahr 400 Jahre alt. Dieses Jubiläum ist eine Besonderheit, denn viele Kirchenglocken überstanden die Weltkriege nicht. Sie wurden eingeschmolzen und der Rüstungsindustrie zugeführt. Die Glocken-Bilder, die in den Kirchen und Kapellen der katholischen Gemeinden ausgestellt werden und dieses Jubiläum somit motivisch aufgreifen, sind Arbeiten des Künstlers Otte Mark.

Der Künstler stammt ursprünglich aus dem Schwarzwald. Er war zunächst Kunstlehrer. Bekannt wurde er in den 1960er Jahren, als er begann, die Arbeiten seiner Schüler wiederum als Ausgangsmaterial für Collagen zu verwenden. Seine Arbeiten finden sich heute u. a. im Museum Ulm als Teil der Sammlung Kurt Fried. Mark hat sein Atelier heute in Krefeld am Niederrhein. Auch bei seiner bei uns ausgestellten Bilderserie treten prägende künstlerische Entwicklungen hervor, die sich durch die gesamte Schaffenszeit des heute über 80-jährigen Künstlers ziehen. Dies sind die Verwendung und Verfremdung von Alltagsmaterialien, Abstraktion und Reduktion von geometrischen Körpern auf eine Ebene oder auch die Auseinandersetzung mit der Wirkung, die die Verbindung von unterschiedlichen Farben und Materialien entfaltet. Für seine Glocken hat Mark alte Wolldecken verarbeitet, die mit Acryl- und Dispersionsfarbe zum Teil übermalt wurden. Die Glocken sind auf ihren zweidimensionalen Umriss reduziert. Vom großvolumigen Ausmaß einer Kirchenglocke mit ihrem dröhnenden Klang erscheinen sie somit weitgehend entfremdet, dennoch wirken sie an ihren Ausstellungsorten in Kressbronn nicht deplatziert.

Möglich wurde die Ausstellung durch die engagierte Zusammenarbeit der Katholischen Gemeinden Kressbronn und Gattnau, dem Galeristen Ehepaar Brockmanns und des Kulturbeauftragten der Gemeinde Kressbronn a. B. Jakob Böttcher. Neben der besonderen Würdigung der Gattnauer Glocke ist die Ausstellung vor allem eine Einladung an alle, die Kirchen und Kapellen unserer Gemeinde noch einmal mit ganz neuen Augen zu entdecken und moderne Kunst in einer ungewohnten Umgebung auf sich wirken zu lassen. 

Zu sehen sind die Bilder in den Kirchen St. Maria Hilfe der Christen und St. Gallus, sowie in der Eligiuskapelle, der Marienkapelle am Schleinsee, St. Josef in Tunau und der Sebastianskapelle in Betznau, außerdem im Foyer des Kressbronner Rathauses. Die Kirchen sind täglich zwischen 10-17 Uhr geöffnet. Die Ausstellung läuft bis in den September.

Einen Faltplan und weitere ergänzende Informationen zur Ausstellung und den Kirchen erhalten Sie in den Auslagen der Kirchen oder in der Tourist-Information im Bahnhof. Informationen der Galeristen zum Künstler finden Sie online unter www.art-e-motion.art

Kulturbeauftragter der Gemeinde Kressbronn: Dr. Jakob Böttcher